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September: Walter Battisti I Retrospektive

Vom 3. September bis 24. September findet die Retrospektive zu Walter Battisti (1968- 2018) statt. In unseren Ausstellungsräumen werden die Arbeiten Walter Battistis in ihrer Vielfalt gezeigt. Neben den meisterhaft gemalten Stillleben, die sich durch technische Perfektion auszeichnen, sind auch Porträts und Landschaftsbilder zu sehen. Die Bilderwelt Walter Battistis erscheint surreal. Das Gefühl in eine Traumwelt zu gelangen, die die Realität auf absurde und seltsam gebrochene Art und Weise spiegelt, nimmt den Betrachter der Gemälde ein.

Die Künstlervereinigung blaue Fabrik e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit dem Walter Battisti Archiv das künstlerische Werk Walter Battistis der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Retrospektive ist ein erster Schritt auf diesem Weg.

Zur Vernissage am 3. September, 20 Uhr präsentiert der Musiker und Sänger H. C. Schmidt seinen Song für Walter Battisti.

Am 24. September, 19 Uhr wird mit der Lesung von „Stalingrad“ einem Hörbuch des Künstlers die Ausstellung beschlossen. Es liest H.C. Schmidt.

Juni/Juli: “auf halber strecke” Thomas Christians | Stephan Hörnig

25.06.2021 – 30.07.2021

thomas christians I arbeiten auf papier +++ fotografie I objekt

special guest I stephan hörnig

eröffnung: 25.06. 21 I 20.01 uhr

performance zur eröffnung: günter heinz I the wetware trombone 

Über den Künstler 

Thomas Christians – emotionale Bruchstellen

Nach malerischen Versuchen in seiner Jugend sieht Thomas Christians mit 26 Jahren Bilder von Frida Kahlo in einer Monographie. Ihr Schmerz ist ihm nicht fremd. Auch Bilder des jungen Marc Chagall und später: Künstlerinnen und Künstler der New York School beeindrucken ihn sehr.
Zu Besuch bei seiner Mutter findet er im Keller Farben seines früh verstorbenen Vaters. Jetzt treibt es ihn an malerisch wieder aktiv zu werden. Er versucht mit Farbe und Form seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Wobei, eher in der abstrakten Malerei angesiedelt, eine Korrespondenz der Elemente, eine erzählerische Sichtweise, ihm von Beginn an wichtig sind.

Aufgewachsen in Magdeburg und viele Jahre im Raum Dresden-Bautzen-Görlitz lebend, zieht er 2009 nach Markkleeberg bei Leipzig. Leipzig beeinflusst ihn. Der Duktus seiner Arbeiten wird konsequenter, grafischer, farbentleerter, reduzierter. Figurative Elemente treten klarer hervor.

2015 lernt Thomas Christians den Posaunisten und Flötisten der neuen Improvisationsmusik Günter Heinz bei einer Ausstellung in Dresden kennen. Es kommt zu einer performativen Zusammenarbeit, die beide auch in Zukunft fortsetzen möchten. Durch eine persönliche Krise und beeinflusst durch diese Zusammenarbeit sind seine Arbeiten jetzt fast farbentleert. Es sind Kreidezeichnungen mit der Anmutung grober Wollfäden. Sie haben etwas von „Tags“, wie sie in der Graffitikultur üblich sind. Eine Summe von: Was empfinde ich? Was habe ich erlebt? Wer bin ich? Oft reduziert auf ein Zeichen, bei sehr schnellem Arbeitstempo.
In letzter Zeit hält wieder mehr Farbe und ein etwas ruhigerer Rhythmus in seinen Arbeiten Einzug.
Thomas Christians versucht mit seiner Malerei bei sich zu sein. Ihn freut es, wenn die Betrachter für ihn überraschende Interpretationen zu seinen Bildern finden, emotional berührt sind.

Für ihn selbst ist seinen Bildern oft eine Grundstimmung eigen, die er mit dem Motiv „des verlorenen Jungen“ in Verbindung bringt. Ein gelungenes Bild ist für Thomas Christians, wenn an der Bruchstelle „des verlorenen Jungen“ sich eine Korrespondenz mit dem Malgrund, der Farbe und den Arbeitswerkzeugen entwickelt. Häufig sind seine Arbeiten persönliche Beziehungsgeflechte. Manchmal sind sie in einem historischen oder literarischen Kontext eingebettet oder er setzt sich mit aktuellen politischen Themen auseinander, die ihn umtreiben. Übergänge und Grenzen sind hier fließend.

Über seine Arbeitsweise sagt er:
„Die Arbeit an meinen Bildern beginnt meist mit einem explosionsartigen – unbewussten Malausbruch. Die so entstandenen Konturen und Formen bilden das Gerüst, welches durch bewusstere Interpretation in kürzeren oder längeren Zeitabständen ausgebaut wird. Ich benutze Pinsel, greife zur Spraydose, zur Farbrolle, zu herumliegenden Gegenständen oder tropfe auf das Bild.“

Seit 2019 ist sein neuer Lebensmittelpunkt auf dem Land in Sachsen-Anhalt: Nienburg (Saale). Er ist Mitglied der Kunstinitiative Im Friese e.V. in der Oberlausitz und arbeitet mit der Galerie FLOX in Dresden zusammen. In letzter Zeit ist Thomas Christians auch aktiv im Bereich Konzept/Installation.

Thalmann/Christians: Dresden, Juni 2021

April/Mai: PORTRAITS Satellit – Ludivine Large-Bessette

Die französische Fotografin Ludivine Large-Bessette zeigt in Ihrer Soloausstellung die Serien Soudos im Projektraum und Regained Bathers im Lichthof. Die Ausstellung ist Teil des PORTRAITS – Hellerau Photography Award Satelliten Programms

Wir freuen uns auf dieses erste parablau Ausstellung nach dem Lockdown.
Bitte meldet Euch für einen Besichtigungstermin hier an!  Ab 6.4. benötigt Ihr zusätzlich ein negatives Testergebnis.

Ludivine Large-Bessette (*1987) absolvierte ihr Studium an La Femis, der bedeutendsten Filmhochschule Frankreichs. Schon sehr früh interessierte sich die Künstlerin für den Körper und die Performance. Die Entdeckung des zeitgenössischen Tanzes markierte einen Wendepunkt in ihrer künstlerischen Arbeit. Heute entwickelt sie Arbeiten im Grenzbereich von Video, digitaler Kunst, Fotografie und zeitgenössischem Tanz und arbeitet regelmäßig mit Tänzerinnen und Tänzern zusammen.
Ihre Arbeiten wurden auf Foto- und Filmfestivals geschaffen und/oder ausgestellt (Addis Foto Fest, Présence(s) Photographie – Montelimar, Biennale Internationale de l’Image de Nancy, Filmwinter Festival for Expanded Media – Stuttgart, Instants Vidéo – Marseille, Internationale TanzFilmPlattform – Berlin), in Spielstätten für zeitgenössische Kunst (Salon de Montrouge, Aesthetica Art Prize – York, Jeune Création – Romainville, la Nuit Blanche – Paris, Centre des arts d’Enghien-les-Bains) und in zeitgenössischen Tanztheatern (Le GymnaseCDCN de Roubaix, Ballet du Nord CCN de Roubaix, le Cent-Quatre – Paris).
 
REGAINED BATHERS spielt mit der traditionellen Darstellung des weiblichen Aktes durch das Thema der Badenden, frei inspiriert von Vallottons Gemälde “Drei Frauen und ein kleines Mädchen spielen im Wasser”. Durch die Zusammenarbeit mit Tänzerinnen findet eine Wiederaneignung des Körpers statt, wobei die Frauen voll aktiv werden und entscheiden, was sie dem Künstler und dem Betrachter geben oder nicht geben wollen. In einer Atmosphäre, die sowohl an das Meer als auch an die Dämmerung erinnert, gibt es ein Porträt von vier Frauen zu entdecken.

SOUDOS Durch einfache geometrische Spiele bringt diese Serie Körperhaltungen auf ihre Essenz zurück. Durch die bewusste Fokussierung auf Teile des Körpers, die sich von der Identifikation mit der fotografierten Person lösen, setzt dieses Projekt eine langfristige Arbeit an grafischen Spielen zwischen dem menschlichen Körper und seiner Umgebung fort. Es ist auch eine Untersuchung über eine mögliche Objektivierung des Körpers, die nicht mehr verfremdend ist.

Februar: Tanja Rein

Ausstellung mit Bildern, Installationen und handgemalten Spielkartenunikaten im Projektraum. Die Spielkarten kamen am 24.02.  in einer Online-liveversteigerung der Künstlerin unter den Hammer.

Eröffnung 14.02.21:
 Livestream aus dem Projektraum  von und mit Tanja Rein
– Ausstellungseröffnung 00:07
– Lesung “Ein Brief an einen Künstler 2008” 01:37
– Performance “to be a homo sapiens now” 12:08
– Präsentation der Künstlerspielkarten 22:39
bitte entschuldigt die geringe Bildrate, die der schlechten Internetverbindung während des Livestreams geschuldet ist.